Kunstwerk der Woche – Warum ich mich auf einmal für Napoleons Kriege interessiere

Santa_Engracia_-_Lejeune

Ich weiß gar nicht seit wieviel Jahren ich verrückt nach Wikipedia bin, aber davor war ich verrückt nach meinem 24 bändigen DTV Lexikon und davor habe ich mein Kinderlexikon geliebt. Seit jeher also finde ich gesammeltes Wissen faszinierend und unterhaltsam. Aber die Verlinkungen von Wikipedia haben natürlich dieser Liebe noch mal eine neue Dynamik verliehen. Manchmal verzettel ich mich dermaßen, dass ich am Ende bei einem Artikel ankomme, wo ich nicht mehr nachvollziehen kann, wie ich von meinem ursprünglichen Thema hier landen konnte. Beim Kunstwerk dieser Woche weiß ich es allerdings ganz genau.

Sarah Clarke hat 2004 einen vielbeachteten und mehrfach preisgekrönten Roman geschrieben, der im 19 Jahrhundert zu Zeiten der Napoleonischen Kriege spielt und eine alternative Geschichte thematisiert. Der Roman heißt „Jonathan Strange & Mr Norell“. Es geht in erster Linie um Zauberei, die nach 300 Jahren der nur theoretischen Auseinandersetzung endlich wieder praktisch angewandt werden soll. Sie soll vor allem helfen den Krieg zu gewinnen, aber zunächst müssen die skeptischen Politiker überzeugt werden.

Gelesen habe ich das Buch noch nicht, aber es gibt eine – wie ich finde – hervorragende Miniserie der BBC, die den Roman verfilmt hat und die ich gerade schaue. Dabei geht es natürlich auch um die Schlachten Napoleons und es wird unter anderem die Belagerung von Saragossa erwähnt. Saragossa? Was weiß ich denn über Saragossa – liegt glaube ich in Spanien – ist eine furchtbare Band aus den 70igern – und dann war nur noch Rauschen. Also habe ich mal wieder fleissig nachgelesen und nebenbei meine immensen Wissenslücken bezüglich Napoleons ausufernden Kriegsschauplätzen ein wenig geschlossen. Der war sogar in Portugal. Saragossa wurde 1809 von den Franzosen eingenommen, nachdem 1808 eine erste Belagerung nicht zum Erfolg führte. 1809 jedoch war man erfolgreich, nachdem man zwei Wochen lang die Stadtbefestigungen beschossen hatte und ein Großteil der eingekesselten Bevölkerung an Typhus erkrankt war. Die Verluste nur an diesem Ort waren immens: 54 000 Spanier liessen ihr Leben und 10 000 Franzosen. Unglaublich und so unnötig, für den Kriegsverlauf war die Einnahme Saragossas nicht wirklich relevant.

Ach so, das wurde in der BBC Serie erwähnt, die in London spielt, weil die Briten Verbündete der Spanier und Portugiesen gegen Frankreich waren.

So und wie bin ich nun auf das Kunstwerk der Woche gekommen. Bei Wikipedia stand:

Auf französischer Seite beschrieb der Maler Baron Louis François Lejeune seine Erlebnisse während der 2. Belagerung der Stadt, an der er als Oberst teilnahm.

Also suchte ich nach Werken dieses Malers, gar nicht weil ich das Kriegsgeschehen sehen wollte, sondern weil ich neugierig bin und ihn nicht kannte aber auch weil ich sehen wollte, was ein Maler, der ein solch furchtbares Erlebnis miterlebt hat, so malt. Gefunden habe ich aber natürlich ein Bild mit grausamem Kriegstreiben. Interessant finde ich bei solchen Werken immer wie realistisch die Szenerie/Architektur dargestellt ist.

Wir sehen die Schlacht von Saragossa, im Innenhof eines Klosters. Hier werden im Nahkampf und auch aus der Ferne (Bogenschützen in den Arkaden) die Feinde niedergemetzelt. Ich finde auf den ersten Blick nicht, dass es nach einem klaren Gewinner aussieht. Spektakulär ist aber die Pieta Skulptur, die in unschuldigem Weiß über der Szene thront. Ein Mahnmal an Trauer, Verlust und Leid, das völlig unbeachtet bleibt. Das Kloster Santa Engracia gibt es heute in dieser Form nicht mehr, nur noch eine Kirche.  Soweit ich es gefunden habe. Vor Ort selbst war ich noch nicht.

Ich habe aber eine Vedute aus dem Jahr 1808 gefunden und man erkennt es sehr gut wieder.

Zaragoza_-_Santa_Engracia_-_Claustro_menor

Das Gemälde oben stammt jedenfalls von

Louis-François Lejeune (1775–1848)

Aufenthaltsort und Größe habe ich leider nicht gefunden.

Damit wünsche ich Euch einen guten Start in die Woche und vielleicht noch mal ein paar Tage mit spanischen Temperaturen. Die Hoffnung stirbt zum Schluss.

2 Kommentare

  1. Haaaalloooooooo ….. :)

    … und wieder so eine Gemeinsamkeit! Was meinst du WIE oft DAS bei MIR vorkommt, dass ich mich durch einen Artikel lesen will, dann aber durch -zig Querverweise über -zig andere Artikel IRGENDWO ankomme…. und dann nicht mehr weiß, WAS ich eigentlich nachlesen wollte…. Muhahahaha….

    Liebe Tanja….
    so oft schon wollte ich einen Kommentar hinterlassen,
    nachdem ich mich bei dir „fortgebildet“ habe ….
    und wie oft habe ich dann doch nichts geschrieben….
    soll ich dir verraten warum ….
    ABER du darfst weder lachen, noch böse sein…..

    Wenn ich bei dir bin, möchte ich nicht „einfach“ IRGENDETWAS schreiben…

    NICHT, dass ich DAS bei den anderen so mache… nein…. so ist das auch nicht….
    aber, wenn ich jetzt bei jemandem einen leckeren Kuchen sehe….
    dann schreibe ich : „mhmmmmmhm lecker“
    …. wenn ich ein tolles, ansprechendes Rezept sehe,
    dann kopiere ich mir das Rezept und schreibe:
    „danke für das Rezept – DAS muss ich ausprobieren“
    …. und so weiter…
    aber wenn ich bei dir bin, dann lerne ich etwas dazu
    … manchmal lasse ich es „nur“ auf mich wirken, wie es so schön heißt….
    und dann zu schreiben: „tolles Kunstwerk“ … – NEIN – DAS bin nicht ich 😉
    …. manchmal weiß ich auch gerade nichts dazu zu ergänzen…

    Heute aber ist wieder so ein Tag… DA weiß ich was zu ergänzen….. 😉

    Sören hat sich zum Geburtstag ein gaaaanz altes Buch gewünscht:
    „Das Eselchen Grisella“
    ….viel weiß ich noch nicht über das Buch bzw. Grisella,
    nur so viel :
    Grisella lebt auf der Insel Elba…. und ich glaube, im Buch kommt auch Napoleon vor.
    Sören interessiert sich sehr dafür und ich bin schon jetzt voller Vorfreude, wenn er mir das Buch vorliest…

    Ich schicke dir noch ganz liebe Grüße…
    Katja :)

  2. Liebe Katja,

    das ist ja ein lieber Kommentar. Vielen Dank dafür. Ich hoffe ich komme auch irgendwann mal wieder dazu auf anderen Blogs zu kommentieren, aber im Moment ist einfach noch zu viel los.

    Ich hoffe aber auf ruhigere Zeiten.
    Und das Eselchen Grisella – das klingt super! Stell das Buch doch mal vor :)

    Beste Grüße
    Tanja

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